Jürgen Stäudtner

Mein Thema sind Menschen im öffentlichen Raum, ihre Beziehung zueinander und zu der umgebenden Natur! Meistens male ich, aber ich beginne immer mit einem konzeptionellen Hintergrund. Im Blauen beschäftigte ich mit Abraham, dem Erzvater, dem Vater der Vielen ...

Honsberg ist ein Remscheider Stadtteil, der die Natur mit dem Stadtzentrum verbindet, aber selbst auseinanderzufallen droht. Viele türkischstämmige Bürger leben neben alteingesessenen „Arbeitern“ – mittlerweile ohne Einkaufsmöglichkeit oder übergreifenden Versammlungsort. Beide Bevölkerungsgruppen haben Angst vor dem eigenen Abstieg und ziehen weg, wenn sie können.

Was könnte sie zusammenhalten, was könnte Honsberg gar zu einem Nukleus einer neuen deutschen Bewegung machen? Natürlich, wie der Präsident des Bundestags Norbert Lammert sagt Kunst und Kultur:

„Kunst und Kultur sind nicht eine sympathische Nische der Gesellschaft, sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält.“

Aber auch ein neues Verständnis der eigenen Religionen. Das Christentum, der Islam und das Judentum haben sehr ähnliche Wurzeln. Sie sind alle drei monotheistisch und glauben an einen Gott, und sie sind alle drei abrahamitisch. Über Abraham wurde viel geschrieben: die Juden haben wohl angefangen an ihn zu glauben. Ca. 1400 v. Chr. wurde das erste Buch Mose geschrieben, ein Teil der Tora. Die Christen haben über ein Jahrtausend später mit dem alten Testament nachgezogen und mit nochmals 600 Jahren Verspätung haben die Muslime auf die gleiche Geschichte gesetzt. Sie allerdings schwören auf Ismael, nicht auf Isaak.

Abraham, der Übervater und der Ursprung des Streits, hat wohl niemals gelebt.

Christen, Muslime, Juden: Abraham glaubt an einen Gott