PERSPETIVWECHSEL

4. Dezember 2016

 

Die Flucht vor Bombeneinschlägen, ständiger Todesangst, Krieg und Terror sind ein Aspekt des gemeinsamen Ausstellungsprojekts des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums und der Kunstschule Heimat im Neuen Lindenhof.

„Schlimm finde ich, dass er seinen Sohn schon seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat“…

Beim gemeinsamen Kuchenessen haben sich die Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums (GBG) mit Flüchtlingen rege über die Fluchtursachen in deren Heimatländern ausgetauscht. Dabei wurden nicht nur die düsteren Seiten der Flucht besprochen, sondern auch das Ankommen in Remscheid. Beim Austausch über das alltägliche Leben wurden zwar Unterschiede deutlich, aber auch das Streben nach gemeinsamen Werten wie Familie und friedliches Zusammenleben.

Anschließend setzten die Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe verschiedene Aspekte dieses Treffens bildnerisch  und in der Wahl des künstlerischen Mediums frei, um.  So entstanden rund zwanzig Fotografien, Collagen und Malereien.

Die Graffitarbeit von Nabila Benabou prangert die politische Hilflosigkeit der EU hinsichtlich des Bürgerkriegs in Syrien an. Carmen Nowak zeichnete ein Comic, in dem sie das Entzweien von Familien über mehrere Jahre illustrierte. Luca Moormann und Laurenz Gottschalk stellten die Machtlosigkeit und die Anonymität während der Flucht mittels kleiner Plastikfiguren dar.

Der Blick wendet sich auch in die Zukunft.

Die Schülerinnen und Schüler erhoffen und erwarten sich ein friedliches und harmonisches Zusammenleben. Dies zeigen die Acryl- und Aquarellarbeiten von Tatjana Staudt und Anis Saba.

In der Kunstschule Heimat entstanden schließlich großformatige Installationen. Hier hatten sich sechs Schülerinnen weiterführend mit dem Thema beschäftigt und die Ausstellung konzipiert.

In zwei Augen, umrahmt vom Stoff einer Burka, spiegeln sich in dem einen die Schrecken und Wunden des Krieges, das andere leuchtet durch die Aussicht auf Frieden und Einklang. Auch das Bild der Medien wird kritisch reflektiert, sowie das ‚Gefangensein’ in Massenunterkünften.

Ziel des Ausstellungsprojektes ist einen „PERSPEKTIVWECHSEL“ anzustoßen, die Geflüchteten nicht mehr nur als Flüchtlinge wahrzunehmen, sondern als Menschen, mit denen wir künftig zusammenleben und an deren Leben wir teilhaben möchten.

 

Vernissage am 8.12.2016, 16.30 Uhr im Neuen Lindenhof,

Honsberger Straße 38, 42857 Remscheid

 

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Links:

Waterboelles:

Homepage des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums:

GBG: Wie Schüler Flucht und Heimat sehen

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